Prof. Marijan Matijevic

    Prof. Marijan Matijevic

    Prof. Marijan Matijevic

    Marijan Matijevic wurde am 27. März 1907 in Grubisno Polje in Kroatien geboren. Nach Absolvierung der Mittelschule besuchte er vier Jahre lang die Akademie der bildenden Künste in Zagreb. Er absolvierte auch eine Spezialschule für Medailleure und für Kleinkeramik.

    Anlässlich einer Ausstellung wurde der berühmte Bildhauer Mestrovic auf ihn aufmerksam und wurde sein Mentor. Wieder verhalf Matijevic eine Ausstellung, bei der eine seiner Großplastiken auffiel, zu einem unerwarteten Erfolg. Die Stadt Zagreb gewährte ein Stipendium, das ihm ein zweijähriges Kunstgeschichte-Studium an der renommierten Pariser Universität Sorbonne ermöglichte. Dort erhielt er auch ein weiteres Stipendium durch die französische Regierung.

    Nach der Rückkehr in seine Heimat (damals Jugoslawien) wurde er Zeichenlehrer an den Gymnasien in Cetinje (heute Montenegro) und Kragujevac (heute Serbien). Zu Beginn des 2. Weltkrieges 1938/39 war Marijan Matijevic Lehrer für Kunstgeschichte in Belgrad. Eine von ihm organisierte Kollektivausstellung in Zagreb mehrte seinen künstlerischen Ruf und er wurde mit der Führung der keramischen Abteilung der technischen Mittelschule in Zagreb betraut.

    1943 ermöglichte ihm ein weiteres Stipendium eine Spezialausbildung in Keramik an der Akademie der bildenden Künste Wien. Durch die wechselvollen Kriegsereignisse und politischen Verhältnisse wurde es ihm jedoch verwehrt, wieder heimzukehren, und Österreich wurde seine zweite Heimat. Nach zwei erfolgreichen Ausstellungen in Wien in den Jahren 1946 und 1948 bot ihm die Gemeinde Wien 1949 ein Atelier an.

    Ein altes weißes Haus mit einem roten Dach und einer roten Wand auf der linken Seite.

    Marijan Matijevic hatte aber inzwischen Edeltrud Wunsch, Tochter des Tschurndorfer Esterházyschen Revierförsters Leopold Wunsch und Nichte der burgenländischen Literatin Mida Huber aus Landsee, kennengelernt und heiratete sie 1950 in zweiter Ehe. Der international renommierte Bildhauer verlagerte seinen Lebensmittelpunkt und sein kreatives Schaffen nach Tschurndorf in die heutige Alois Wessely-Straße, wo er ein kleines Wohnhaus und daneben einen einfachen Holzschuppen als Atelier errichtete.

    In der Abgeschiedenheit des kleinen Dorfes schuf der Künstler seine zahlreichen, oft sehr großen Werke aus Stein, Bronze oder auch Beton. Viele Skulpturen, Denkmäler sowie Reliefs an öffentlichen Gebäuden in verschiedenen Bundesländern sind heute beeindruckende Zeugnisse seiner Arbeit.

    Eine Schwarz-Weiß-Statue von zwei Männern, die Basketball spielen, mit Bergen im Hintergrund.
    Ein Schwarz-Weiß-Foto einer Büstenskulptur, die eine Frau mit kurzen Haaren darstellt, die nach links schaut und die Augen geschlossen hat.

    In den Jahren 1961 bis 1964 unterrichtete Prof. Matijevic zusätzlich als Kunsterzieher am Bundesgymnasium in Mattersburg. 1965 erhielt er eine Stelle als Restaurator im Burgenländischen Landesmuseum.

    Betonrelief am damaligen Dorfgemeinschaftshaus (1963)

    Betonrelief am damaligen Dorfgemeinschaftshaus (1963)

    Eine Würdigung erhielt er 1963 schließlich auch durch seine neue Wahlheimat Tschurndorf mit dem Auftrag über ein großformatiges Betonrelief für das neu errichtete damalige Dorfgemeinschaftshaus. Es symbolisiert den diese Zeit prägenden Bauernstand und den Arbeiterstand im Ort. Ein Turmsymbol dazwischen soll einen Bezug zur Römerzeit und damit zur ältesten Geschichte herstellen.

    1967 musste der Bildhauer, Lehrer und Restaurator schließlich krankheitsbedingt in Pension gehen. Bereits vier Jahre später, am 14. November 1971, starb Prof. Marijan Matijevic in Wien. Er wurde auf dem Ortsfriedhof Tschurndorf begraben.